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Twittern aus dem Glashaus

Die Twitterer, das sind doch die, die sich gerne zum Kreis der digitalen Bohème zählen, die den Holzmedien gerne vorwerfen, wie sehr sich diese hinterm Berg der modernen Kommunikation befinden, die Twitterer die nahezu jedem, der die Micro- und Macrobloggerei partout nicht verstehen will mangelnde Medienkompetenz vorwerfen. Gilt das für alle Twitterer? Nein, natürlich nicht, aber für genügend. Und zwar für all die, die Medienkompetenz mit der Nutzung und dem technischen Einsatz von Tools verwechseln und nicht sehen, dass Medienkompetenz immer auch mit den Inhalten, die über diese Tools ins Internet kommen, zu tun hat.

Genau diese mangelnde Medienkompetenz konnte man gestern NICHT im “ersten deutschen Twitter-Fall” wie ihn die Medien nahezu unsäglich bezeichnen, sondern im, wenn man überhaupt eine solche Bezeichnung verwenden möchte, “ersten deutschen Twitter-FAIL”.

Angesichts einer solchen Alptraum-Katastrophe, bei der Menschen ihr Leben verlieren und die pure Fassungslosigkeit und Trauer hinterlässt, scheinen manche Twitterer weiter nur das eine Ziel zu verfolgen, welches sie eh jeden Tag haben: Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit in der Timeline um jeden Preis. Nein, von einem Bürgerjournalismus sind wir weit entfernt, wir sind mitten im Bürgerboulevard, wo die letzten Hemmschwellen des geschmacklosen Sarkasmus fallen. Ja, niemand kann mit einer solchen Katastrophe vollständig richtig umgehen, weder im Print, noch im TV, noch im Internet. Und das einzige was Twitter gestern gezeigt hat ist, dass es nichts nutzt, schneller Unfähigkeit zu demonstrieren als andere Medien.

Und bei manchen gemacklosen und unbedachten Tweets frage ich mich, ob die Twitterer mal überlegt haben, dass die Angehörigen, Schüler und Lehrer all diese Sprüche ebenfalls lesen können und ob ihre Öffentlichkeits- und Mediengeilheit nicht manchmal nur das Zweitwichtigste ist. Wenigstens für einen Tag.

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Terrortainment oder die Wahrheit?

Es ist einer dieser Tage an dem die Welt im Chaos versinkt und wer twittert sitzt in der ersten Reihe. Die gefühlte Nähe zur Katastrophe reicht bis zur Bordsteinkante des Taj Mahal Hotels. Mehr als 6000 Tweets pro Stunde tauchen im globalen Twitterstream auf und berichten. Sieht man sich diese Flut von 140-Zeichen Mininachrichten genauer an, stellt man fest: Die meisten davon sind Re-Tweets, also Wiederholungen von Tweets, die bereits wer weiss wie oft und von wievielen durch die Timeline gejagt worden sind. Ob wirklich grade nochmal ein Feuer ausgebrochen ist, wieviele Geisel tatsächlich noch in der Gewalt von wem auch immer sind, eine verläßliche Information bekommt man nicht so recht. Umso bedenkenswerter, das CNN auf Twitterer in der Berichterstattung zurückgreift, die sie aus genau dieser weltweiten Timeline herausgreifen. Manche dieser vermeintlichen Vorort-Berichterstatter haben in ihrem Twitterprofil nichts zu bieten ausser ihrem Nickname. Keinen Klarnamen, keinen Link auf eine Website oder ein Blog.

Was macht das mit mir, mir persönlich? Nun. Erst einmal finde ich die Live Berichterstattung über ein Microblogging Tool bemerkenswert und sehr gut. Sie könnte in Katastrophenfällen wie diesen echten Nutzen bringen. So wie die Blutspenden-Aufrufe oder der Hinweis, Familiennachfragen doch bitte mit dem Hashtag #mumbaifamily zu taggen. Und es gibt sicher noch sehr viel mehr wirklich sinnvolle Aktionen, die man über Twitter, etc.. verbreiten kann. Allerdings sollten diese, soweit es mich angeht, über ein vertrauensvolles Account verbreitet werden. Schließlich hat jeder Twitterer, der seinen Tweet mit #mumbai hashtaggt über die Suchbegriff-Auswertung von search.twitter.com SOFORT eine Attention die über seine normalen 10 Follower hinausgeht. Auf einmal fällt er CNN, BBC oder DerWesten auf. Je reißerischer und emotionaler der Mensch berichtet umso größer die erzeugte Aufmerksamkeit.

Doch wo ist sie, die viel besungene Authentizität des Web2.0? Kann ich in Katastrophensituationen den Nachrichten eines Twitterusers, der nur aus einem Nickname besteht, wirklich vertrauen? Und kann ich in der heutigen medialen Zirkuswelt einem Nachrichtensender, der sich auf solche Twitterer bezieht, vertrauen, daß er zugunsten einer belegten vertrauenswürdigen Quelle der Wahrheit näher kommt und stattdessen nicht der Erste ist, der eine Meldung bringt? Nochmal: ich finde es gut, das es Bürgerjournalismus gibt. Und mir fällt auch spontan keine Lösung ein, die authentische, glaubwürdige Bürger-Berichterstattung sicherstellen könnte, ausser “Bitte melden Sie sich hier mit ihrem Klarnamen und ihrer Adresse an, bevor sie uns sagen, in welche Richtung der Terrorist grade läuft”. Es geht sicher um das Verantwortungsbewußtsein des Einzelnen und der Einzelnen in der wilden Horde.

Genervt haben mich zum Beispiel die folgenden Dialoge um die Nachricht, ob von offizieller Stelle aus Mumbai darum gebeten wurde, doch bitte nicht mehr über Polizei- und Militäraktionen zu twittern, da die Terroristen möglicherweise ebenfalls die Twittertimeline lesen.

(bitte von unten nach oben lesen)
Picture 378

Es bleibt festzustellen, Twitter ist schneller als andere Medien, aber deshalb nicht glaubwürdiger und einen Umgang mit diesem schnellen Tool müssen wir alle und selbst die Digital Natives erst lernen. Zurück zur Frage, was dies alles bei mir persönlich auslöst, die Antwort: ich glaube dem Netz immer weniger, ich bin immer verunsicherter, oft wütend und immer öfter deprimiert was die Glaubwürdigkeit von Informationen betrifft, und damit schließe ich die Informationen vermeintlich seriöser Quellen ein.

Warum, frage ich mich, twittert eigentlich kein grosser Sender direkt vor Ort (z.B. cnninthefield), statt wie fast alle grossen Medienunternehmen, lediglich einen RSS Feed einzubinden? Dann müsste ich mir auf der Suche nach einer glaubwürdigen Quelle nicht erst einen Wolf googlen, oder irgendwo anrufen, wie dieser Mensch (Geschlecht unbekannt):

Picture 379

Und in anderen Krisengebieten, z.b. im Kongo, wo jeden Tag tausende Menschen auf der Flucht sind, dort scheinen die Menschen keine Computer zu haben und keine Handys und keine Kameras. Und deshalb gibts von dort und darüber auch kein Terrortainment. Dort sterben die Menschen einfach so, scheinbar ohne das es uns interessiert. Und das ist das Schlimmste.

Update:
mehr zu den hässlichen Seiten von Twitter bei der HAZ, dem Spiegel.

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Historische Tage

Ich bin froh, daß ich in meinem Leben schon an einigen historischen Momenten teilhaben konnte. Ich meine neben den persönlichen historischen Momenten wie der erste Kuss, die erste 5 in der Schule, die erste Fahrt im eigenen Auto, die Diplomurkunde in eine Pfütze fallen lassen – ich meine die wirklichen, für sehr viele Menschen historischen Momente.

Als ich 1975 auf den Schultern meines Vaters der Verkündung der Abstimmung über die Unabhängigkeit meines geliebten Heimatortes Hohenlimburg lauschte, die allerdings zu Ungunsten Hohenlimburgs ausfiel, war dies vielleicht der erste kleine historische Augenblick. Noch heute gibt es alle paar Jahre Anstrengungen die Unabhängigkeit zurückzuerobern. Alle Hohenlimburger fuhren Autos mit Aufklebern, auf denen stand: “Hohenlimburg statt Hagen”. Manche fahren auch jetzt noch damit herum.

Dann kam das Studium, und ich saß im November 1989 in meiner ersten eigenen Wohnung in Glücksburg /Flensburg und kannte erst eine Handvoll Komilitonen. Ich hatte kein eigenes Auto und war absolut nicht mobil. Am Abend des 9. November, als ich irgendeine frühe Rosamunde-Pilcher Verfilmung o.ä. sah, auf jeden Fall einen Spielfilm – erschien auf einmal ein Ticker im Bild. Ich glaube es war der erste Ticker, den ich überhaupt je gesehen hatte, soweit ich mich erinnere. Auf jeden Fall lief durch das Bild “Die Berliner Mauer ist offen. Das Programm wird in Kürze unterbrochen”. Mehr nicht. Ich werde das nie vergessen. Ich habe sofort wild in meinen 6 Programmen hin- und hergeschaltet und saß den Rest der Nacht Rotz und Wasser heulend vor dem Fernseher. Ich wünsche, ich hätte ein Auto gehabt um nach Berlin zu fahren oder Wismar oder so, oder ein Handy um jemanden anzurufen der ein Auto hat. Aber ich hatte nicht mal ein Telefon. Tragisch. Von Internet träumten wir nur. Also kaufte ich am nächsten Tag von (fast) jeder Zeitung ein Exemplar, steckte es in eine Plastikfolie und dann in eine Holzkiste. Den Inhalt dieser Kiste, dachte ich, werde ich irgendwann einmal meinen Kindern zeigen.

Dann kam der 11. September 2001. Ich saß an diesem Morgen in einem Kundenmeeting bei der TUI. Irgendwann ging die Tür des Besprechungsraums auf, ein Mitarbeiter steckte den Kopf herein und sagte: “Ein Sportflugzeug ist grade ins World Trade Center geflogen”. “Oh”, sagten wir alle und arbeiteten weiter. Ein paar Minuten später ging die Tür wieder auf: “Es war eine Boeing”. Da sahen wir uns alle an und sagten nichts. Im Flur hörten wir die Leute hin- und herlaufen. Dann stand der TUI-Mitarbeiter auf und sagte: “Lassen Sie uns mal kurz gucken”. Wir standen mit einigen Leuten um einen PC herum und versuchten verzweifelt eine Internetseite aufzurufen. Irgendwann kamen wir dann auf bild.de, die innerhalb kürzester Zeit ihren ganzen KlickiBunti-Kram runtergenommen hatten – und nur ein Bild zeigten: Die Türme, in die mittlerweile das zweite Flugzeug geflogen war. Natürlich wurde das Meeting abgebrochen. Die nachfolgende Woche hat mich paralysiert. Mein Fehler war, einen Fernseher in meinem Büro zu haben. Ich starrte den ganzen Tag auf die 6 Ticker auf CNN. 3 oben, 3 unten. Irgendwann im Laufe der ersten 24 Stunden, nachts, als Nachrichten ungefiltert und ungeprüft über die Bänder liefen, stand dort irgendwas von der Überlegung der US-Regierung Defcon 1 auszulösen. Da habe ich den Fernseher ausgemacht, bin ans Fenster gegangen, habe auf Hamburg gesehen und hatte ein ohnmächtiges Gefühl tiefer Angst. Ich werde das, genau wie den Mauerfall, nie vergessen. Weder den Moment, noch das Gefühl dabei. Am nächsten Morgen kaufte ich wieder von (fast) jeder Zeitung ein Exemplar und steckte es in meine historische Kiste.

Jetzt ist der 4. November 2008. Es gibt Blogs. Cool. Heute nacht geht die Ära Bush zu Ende. Schon allein dafür wird der halbe Planet eine Flasche Champagner öffnen. Heute nacht wird vielleicht der erste afro-amerikanische Präsident der USA gewählt, oder der Älteste oder die erste weibliche Vize-Präsidentin. Das ist alles historisch und gross – das erste vor allem. Doch das ist es nicht allein, es sind die Amerikaner selbst, die einem durch das Internet, durch tausende Videos und mittlerweile wahrscheinlich Millionen Tweets wieder näher gekommen sind. Die Bilder und Sätze der Menschen zu lesen, ihre Begeisterung zu spüren, zu sehen wie sich die jungen Menschen haben mobilisieren lassen – das macht es so besonders. Und das der Rest der Welt mit dabei ist, das unsere Videos, unsere Tweets, unsere Blogs, beitragen. Der Gedanke daran, daß die Wahlparties diese Nacht nicht nur in Amerika sind, sondern überall, auf der ganzen Welt – das bedeutet, das Amerika heute Nacht gewonnen hat. Und egal wie es ausgeht heute Nacht werden sie, wie wir 2006, für mich die “Wähler der Herzen” sein.

Morgen früh werde ich wieder (fast) alle Zeitungen kaufen, sie sorgfältig in eine Plastikhülle stecken und in die historische Kiste packen. Haltet mich für altmodisch, aber ich freue mich darauf, irgendwann irgendwelchen Kindern (wer weiss, vielleicht ja doch noch meinen eigenen) diese Papiere zu zeigen, zusätzlich zu all den digitalen Dokumenten, die diese Nacht hervorbringen wird.

Doch bei allen pathetischen Gedanken habe ich auch Angst, daß es zu Kravallen kommt und ich hoffe wirklich sehr, daß heute Nacht niemandem etwas passiert, ausser morgen früh einen dicken Kopf zu haben.

PS: Es gibt noch einen historischen Moment, an den ich mich gerne erinnere. Die WM 2006. Es ist eher eine Welle als ein Moment. Und ich werde mich immer wieder gerne daran erinnern wie unser Land neben den Nörgeleien, dem Pessimismus und den ständigen politischen Ypsilantereien auch sein kann: begeistert, emotional und herzlich.

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Migration ins Web 2.0 – wie es dazu kam (Folge 1)

um meinem Bloguntertitel gerecht zu werden, werde ich in drei Folgen meine Migration vom Web1.0 ins Web2.0 dokumentieren.

Was ist alles passiert? Ende Dezember 2001 bin ich als Vorstand meines StartUps COCUS (sitzt heute in Frankfurt und bietet Consulting an) zurückgetreten. Im März 2002 habe ich eine Regieassistenz bei einem Freien Theater in Hamburg begonnen – die ich wahrscheinlich nur deshalb bekommen habe, weil ich ein Auto hatte, kein Geld wollte und erzählt habe, wieviel VC ich für mein StartUp geraist habe. Was tut man nicht alles für die Kunst. Nach der Produktion ging es im Theaterbetrieb weiter. Ich habe auf dem Festival Politik im Freien Theater gearbeitet und dort die Produktion Heidi Hoh 3 von René Pollesch betreut, der u.a mit world-wide-web slums Stücke produzierte, die einen sehr starken Bezug zur New Economy hatten. 2003 war ich für 8 Monate Stipendiatin an der Akademie Schloss Solitude. Ein Meilenstein in meinem Leben. Bis 2006 habe ich dann abwechselnd in Theaterproduktionen und klassischen IT-Projekten gearbeitet. Ende 2006 wurde ich dann ins Second Life assimiliert. Ich habe fast 4 Monate lang nur 4 Stunden am Tag geschlafen und den Rest in Second Life verbracht. Hammer. In Second Life habe ich @pixelsebi beim Möbel-Shoppen kennengelernt. Leider hatte er grade keine Zeit, als ich ihn in dem Laden angesprochen habe, weil er “dringend ein Konferenz-Zentrum bauen musste” und teleportierte einfach vor meiner Nase weg. Na ja, @markusbreuer hat mich immerhin bereits im SL-Chat abgewürgt. Meine grossen Second Life Idole.

Unterstützt durch @tafkap s Missionierungsversuche 2.0 startete ich im März 2007 meinen ersten Blog-Versuch, der praktisch schon während des Versuchs wieder einschlief. Dann kam das Barcamp Hamburg 2 im Juni 2007. Kaum zu glauben, das mein Wiedereinstieg in die Tiefen des Netzes erst vor 17 Monaten war (möglicherweise handelt es sich um eine Elefantenschwangerschaft). Durch @tafkap bestens auf dem Web2.0-laufenden gehalten, hatte ich mir im Vorfeld des Barcamps ein paar Blogs durchgelesen und dachte, daß dauert eine Ewigkeit sich in dieser neuen Szene zu vernetzen. Doch bereits auf der Welcome-Party des Barcamps streckte ich am Tresen meine Hand einem mir unbekannten Mann entgegen – Moin, ich bin Tina – Ja, hallo, ich bin der Robert. Mensch, dachte ich, das geht ja einfach. Am ersten Tag kannte ich dann eigentlich nur @ognibeni aus der alten NE Zeit. Schade eigentlich, daß so wenige von damals in der heutigen Szene aktiv sind. Das Barcamp-Konzept hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Vieles andere auch. Und manches nervt mich ohne Ende. Doch dazu mehr in Folge 2 – sonst wird dieser Blogpost zu lang…

Ach. Eines kann ich schon mal festhalten. Ich mache immer noch klassische IT-Projekte, denn irgendwie geht es doch immer noch und immer wieder um Prozess-Optimierung und Kommunikation zwischen Menschen, egal wie man das Web gerade so nennt.

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StartUp.Filme

Wer es damals nicht selbst miterlebt hat, oder wer es erlebt hat und nochmal in Spielfilmlänge durchleben möchte, dem kann ich zwei Spielfilme über die NewEconomy ans Herz legen.

Der erste ist startupdotcom und ist ein Dokumentarfilm (also echte Story, echte Gründer, echte Tränen) über ein StartUp aus Washington im Bereich eGoverment. Das Tragische: während der Dreharbeiten ging die Company pleite. Der Film lief in Deutschland Ende 2001 und die Kinos waren ausverkauft. Drin gesessen hat die gesamte deutsche New Economy. Gegen Ende des Films war das Schweigen im Saal fast unerträglich und genauso schweigend hat man das Kino verlassen. Zumindest in Hamburg. Ein sehr guter Film.

Der zweite Film heisst August, aus dem Jahr 2008. August ist ein Spielfilm über ein fiktives Startup, zeigt aber ebenso wie startupdotcom alle Facetten eines Gründerlebens (nur der Hauptdarsteller sieht deutlich besser aus ;). Insbesondere die Dialoge der Schluss-Szene mit dem Investor kann ich vom Authentizitätgrad voll bestätigen. So war’s. Bei mir und bei vielen, vielen anderen.

Für Gründer deshalb: Kuckbefehl! :)

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Next08 – I’m streaming, come chat

Auf der Next08 haben Kosmar und ich einen Vortrag über Live-Broadcasting ins Web gehalten, dabei ein paar Dienste und Plattformen vorgestellt und live geqikt (Qualität leider nicht sooo doll, das liegt aber an meinem Handy, welches durch die Zuschauerreihen ging…. wer mir also ein N95 sponsorn will, gerne!!!)

Hier sind die Folien zum Vortrag:

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Glotzt du noch oder mogulierst du schon?

Seit nun fast einem Jahr ist es möglich seinen eigenen Fernsehssender im Internet zu betreiben. Dazu bieten verschiedene Live-Broadcasting Anbieter webbasierte Plattformen an, die für den eigenen Sendebetrieb lediglich einen Rechner, eine Webcam (oder andere über firewire angeschlossene externe Videokamera) sowie eine stabile DSL-Leitung voraussetzen. Das Wohnzimmer wird zum Fernsehstudio und endlich wird fernsehen auch interakiv. Ein Versprechen, welches die traditionellen Fernsehsender seit mehr als einem Jahrzehnt nicht einlösen.

Bei Mogulus oder ustream.tv wird jeder zum Moderator, Entertainer, Regisseur und Tontechniker. Und zwar gleichzeitig. Wer die erste 60-minütige Livesendung hinter sich hat, bekommt eine Ahnung davon, wie anspruchsvoll, nervenaufreibend und anstrengend ein richtiger Fernsehjob wohl sein mag.

Nicht zu vergessen, bieten die LiveTV-Broadcaster auch einen Rückkanal für die Zuschauer im Vergleich zum traditionellen Fernsehen. Und der ist ebenfalls live und besteht meistens aus einem integrierten Chatroom. Manchmal braucht es dann ein bißchen Übung sich daran zu erinnern, das man mit seinen Zuschauern nicht chatten muss – sondern mit ihnen reden kann und auch sollte; schließlich will niemand einem anderen beim chatten zusehen.

Genau darin liegt eine Herausforderung beim interakiven liveTV im Web: den Vorteil des Rückkanals vom Zuschauer nutzen, das heisst: gleichzeitig reden und den Chat im Auge behalten. Wer nur die Chatbeträge vorliest wird schnell langweilig, wer redet und redet und den Chat nicht beachtet wird feststellen, das die Zuschauer anfangen ihre eigene Unterhaltung zu führen. Dennoch sollte man beachten: Nicht jeder Zuschauer chattet aktiv mit. Einige hören und sehen nur zu, einige sind längst auf einem anderen Tab des Browers unterwegs und lassen sich nur noch durch den Ton berieseln. Spätestens nach der zweiten Sendung denkt man darüber nach, sich für die nächste Sendung ein kleines Storyboard anzulegen. Und seien es nur Stichpunkte über Themen von denen man schon immer mal reden wollte.

Neben dem experimentellen Blabla-Fernsehen und Egotainment eignen sich diese neuen liveTV broadcasting Plattformen meiner Meinung nach am Besten für Spezial-Themen; sprich long-tail Fernsehformate. Wenn zum Beispiel Martin Gommel über digitale Fotografie spricht und man Fragen dazu stellen kann, Kosmar über seine reichhaltigen Musikkenntnisse referiert, mspro Themen aus seinem Studium vorstellt, Prof. Hartmut Wöhlbier seine Vorlesung aus der Uni streamt oder auch die Live-Übertragungen von Veranstaltungen wie Barcamps. Hannover. Pl0gbarTV. Mitteldeutschland.

Je nach Professionalitäts-und/oder Peinlichkeitsgrad kann man selbst entscheiden, ob der grade gesendete Beitrag aufgezeichnet wird oder nicht.

Den meisten Spass jedoch macht es, Sendungen im Team zu produzieren. Über die Regie im Studiobereich kann man verschiedene Produzenten in den eigenen Fernsehkanal einladen und nach Belieben von einem zum anderen schalten. Allerdings sollte man dann (noch) vorsichtiger sein mit dem was man sagt, denn der Mit-Produzent kann jederzeit den Aufnahmeknopf drücken – je nach dem welche Rechte man ihm eingeräumt hat.

Auch sollte man (insbesondere) beim gemeinsamen Produzieren nicht vergessen sich aus dem Studio auszuloggen, sonst kann es passieren, dass die lieben Mitproduzenten und Zuschauer einem beim Schlafen zusehen.

weitere Informationen

hier: mediaocean, hier: Blogpiloten, hier: pottblog und google hat noch mehr….

und bald auch ein podcastbeitrag auf Fritz.de

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Bloggerlied (beta) – re:publica

Von Offline zu Online ist’s nur ein Katzensprung
Wir taggen das Leben bei jeder Äusserung
Wir warten nicht, wir klicken, was immer auch geschieht
Durch digg und del.icio.us klingt das Bloggerlied

Lobo, grüss’ mir die Arbeit
Grüss’ mir den Long tail
Und grüss’ mir den Don.

Dein Pagerank, das ist ein Streben
surf durch die Tagcloud, die keiner bewohnt

Von Offline zu Online ist’s nur ein Katzensprung
Wir taggen das Leben bei jeder Äusserung
Wir warten nicht, wir klicken, was immer auch geschieht
Durch digg und del.icio.us klingt das Bloggerlied

Blogger, grüss’ mir die Flatrate
Grüss’ mir den Long Tail
Und grüss’ mir das LAN

Dein Pagerank, das ist ein Streben
surf durch die Tagcloud, die keiner bewohnt

Schneller und immer schneller
kommentieren wie dir’s grad gefällt
Bloggern ist nichts verboten
Drum setz Trackbacks und ping um die Welt

Blogger, grüss’ mir die Widgets
Grüss’ mir die API’s
Und grüss’ mir den Feed

Deine Sphäre, ist eine Ehre
Durch die Blogposts, die jeder bewohnt

(entstanden im Rahmen der re:publica, zugunsten des websidestory-musicals;
Originaltext: Flieger – grüss mir die Sonne, Extrabreit)

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99 Follower auf der re:publica

Meine Besuchszeit meiner ersten re:publica ist leider kurz ausgefallen – das was ich gesehen habe, war super. Eine gelungene Mischung aus Kongress und Barcamp. Tolle Atmosphäre, gute Leute, klasse Location. Das nächste Mal bin ich länger da – bis dahin hinterlasse ich hier meine Liedtexte die im Rahmen des grossartigen Musicals von Johnny und Tanja entstanden sind (aber aus Zeit- und anderen erklärbaren Gründen nicht verwendet werden konnten)

Hast du etwas Zeit für mich,
dann twitter ich einen Tweet für Dich,
von 99 Followern
auf ihrem Weg ins Oberholz.

Denkst du vielleicht grad an mich?
Dann stream’ ich einen qik für Dich,
von 99 Followern
und dass so was von online kommt.

99 Follower, auf ihrem Weg ins Oberholz,
hielt man für Aliens aus dem Web,
darum schickte ein Ministerdepp
‘ne Videokamera hinterher
Alarm zu geben, wenn’s so wär!

Dabei war’n dort im Oberholz,
nur 99 Follower.

99 Twitterer, jeder war ein großer Tweeter,
hielten sich für Berners-Lee;
Es gab ein großes MashUp-Me!
Die Verlage haben nichts gerafft
und fühlten sich gleich angemacht,
dabei schoss man am Horizont
auf 99 Follower.

99 Printverlage, Streichholz und Benzinkanister
hielten sich für schlaue Leute
witterten schon fette Beute
riefen “Print” und wollten Macht
Man, wer hätte das gedacht?
Dass es einmal soweit kommt
wegen 99 Followern.

wegen 99 Followern
99 Follower

99 Jahre Netz ließen keinen Platz für Sieger,
Printverlage gibt’s nicht mehr
und communities vermiss’ ich sehr.
Heute zieh ich meine Runden,
seh die Welt live gestreamt.
Hab ‘nen Follower gefunden
denk an dich und add’ ihn heimlich

(Originaltext: Nena, 99 Luftballons)

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0815Talk – über Datenträger und andere Träger…

So ein Barcamp kann inspirieren…denn dort ist dieser Film entstanden…

Wir, das sind: Sven Dietrich, Stefan Hess und ich, haben keine Mühe gescheut, unseren Idolen zu huldigen. Die exklusiven Requisiten haben mindestens 3,87 Euro gekostet. Wir hatten einen unglaublichen Spass – nicht nur beim Filmen, sondern auch beim Überlegen der Sätze. Ansonsten: alles improvisiert. Klar. Barcamp halt.

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