Ein Kleinstadtsommer ist, wie in jedem Land, geprägt von Festen. Schützenfeste, Sommerfeste, Dorffeste, Stadtfeste. Mein Stadtfest ist ein fester Termin in meinem Kalender. Absolut unverrückbar für Alternativ-Events. Dieser Höhepunkt eines Kleinstadtsommers ist ein Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Schulfreunde, die einem nach 20 Jahren wieder neu vorgestellt werden müssen und im Augenblick des Wiedererkennenes (nach 5 bis 30 Minuten) fallen einem die Details wieder ein. Das kann erfreulich (mein Gott, die war doch früher immer so pickelig), interessant (oh nein, DEN hab ich mal geküsst in der 5. Klasse?) oder unerfreulich (verdammt, die hat mich nie abschreiben lassen) sein. Man steht mit einem Bier der Lokalbrauerei in der Hand und lässt die Karawane der Schulkameraden, der Freunde und Feinde, die Cliquen in alter oder neuer Mischung, die Eltern der Freunde und Feinde, die Partner und Kinder die Stadtfestmeile entlang an sich vorbeiziehen. Und man sieht, was in den vergangenen Jahren passiert ist. Man sieht wer in der Kleinstadt geblieben ist, als man flügge wurde und wer in die Großstadt ging. Man sieht die Familien und die Karierren. Und der Abend nimmt seinen Lauf. Jedes Jahr. Dabei gilt es zunächst die von auswärts Angereisten auf den aktuellen Stand der Kleinstadtsoziologie (wer mit wem, weshalb, warum) zu bringen, danach werden die grossen Geschichten von damals erzählt und ab spätestens 22 Uhr ist es so, als hätte man die Kleinstadt nie verlassen. Es sind die Menschen, mit denen man aufgewachsen ist, die so viel von der eigenen Vergangenheit wissen (manchmal mehr als man selbst noch weiss) und so wenig von der alltäglichen Gegenwart. Aber das ist egal. Es ist das 48 Stunden Happening der vergangenen Jugend, der 8 Stunden Kater der Gegenwart und die 4 Stunden Grinsen auf der Rückfahrt in die Zukunft des aktuellen Wohnorts, die solche Wochenenden so besonders machen und die Freunde, die es immer bleiben.
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Ach ja. Zurück in die Vergangenheit. Steht für mich wohl auch bald an. Zwar keine wirkliche Kleinestadt in NRW ( aweng nördlicher darfs schon sein). Aber trotzdem mit genau den Beobachtungen verbunden.
Nett war’s :)
Und die Anzahl der Teilnehmer des jährlichen Hohenlimburger Tweetups lassen sich bestimmt bis 2010 verdoppeln!
Recht haste! :)