Archive for April, 2008

Glotzt du noch oder mogulierst du schon?

Seit nun fast einem Jahr ist es möglich seinen eigenen Fernsehssender im Internet zu betreiben. Dazu bieten verschiedene Live-Broadcasting Anbieter webbasierte Plattformen an, die für den eigenen Sendebetrieb lediglich einen Rechner, eine Webcam (oder andere über firewire angeschlossene externe Videokamera) sowie eine stabile DSL-Leitung voraussetzen. Das Wohnzimmer wird zum Fernsehstudio und endlich wird fernsehen auch interakiv. Ein Versprechen, welches die traditionellen Fernsehsender seit mehr als einem Jahrzehnt nicht einlösen.

Bei Mogulus oder ustream.tv wird jeder zum Moderator, Entertainer, Regisseur und Tontechniker. Und zwar gleichzeitig. Wer die erste 60-minütige Livesendung hinter sich hat, bekommt eine Ahnung davon, wie anspruchsvoll, nervenaufreibend und anstrengend ein richtiger Fernsehjob wohl sein mag.

Nicht zu vergessen, bieten die LiveTV-Broadcaster auch einen Rückkanal für die Zuschauer im Vergleich zum traditionellen Fernsehen. Und der ist ebenfalls live und besteht meistens aus einem integrierten Chatroom. Manchmal braucht es dann ein bißchen Übung sich daran zu erinnern, das man mit seinen Zuschauern nicht chatten muss – sondern mit ihnen reden kann und auch sollte; schließlich will niemand einem anderen beim chatten zusehen.

Genau darin liegt eine Herausforderung beim interakiven liveTV im Web: den Vorteil des Rückkanals vom Zuschauer nutzen, das heisst: gleichzeitig reden und den Chat im Auge behalten. Wer nur die Chatbeträge vorliest wird schnell langweilig, wer redet und redet und den Chat nicht beachtet wird feststellen, das die Zuschauer anfangen ihre eigene Unterhaltung zu führen. Dennoch sollte man beachten: Nicht jeder Zuschauer chattet aktiv mit. Einige hören und sehen nur zu, einige sind längst auf einem anderen Tab des Browers unterwegs und lassen sich nur noch durch den Ton berieseln. Spätestens nach der zweiten Sendung denkt man darüber nach, sich für die nächste Sendung ein kleines Storyboard anzulegen. Und seien es nur Stichpunkte über Themen von denen man schon immer mal reden wollte.

Neben dem experimentellen Blabla-Fernsehen und Egotainment eignen sich diese neuen liveTV broadcasting Plattformen meiner Meinung nach am Besten für Spezial-Themen; sprich long-tail Fernsehformate. Wenn zum Beispiel Martin Gommel über digitale Fotografie spricht und man Fragen dazu stellen kann, Kosmar über seine reichhaltigen Musikkenntnisse referiert, mspro Themen aus seinem Studium vorstellt, Prof. Hartmut Wöhlbier seine Vorlesung aus der Uni streamt oder auch die Live-Übertragungen von Veranstaltungen wie Barcamps. Hannover. Pl0gbarTV. Mitteldeutschland.

Je nach Professionalitäts-und/oder Peinlichkeitsgrad kann man selbst entscheiden, ob der grade gesendete Beitrag aufgezeichnet wird oder nicht.

Den meisten Spass jedoch macht es, Sendungen im Team zu produzieren. Über die Regie im Studiobereich kann man verschiedene Produzenten in den eigenen Fernsehkanal einladen und nach Belieben von einem zum anderen schalten. Allerdings sollte man dann (noch) vorsichtiger sein mit dem was man sagt, denn der Mit-Produzent kann jederzeit den Aufnahmeknopf drücken – je nach dem welche Rechte man ihm eingeräumt hat.

Auch sollte man (insbesondere) beim gemeinsamen Produzieren nicht vergessen sich aus dem Studio auszuloggen, sonst kann es passieren, dass die lieben Mitproduzenten und Zuschauer einem beim Schlafen zusehen.

weitere Informationen

hier: mediaocean, hier: Blogpiloten, hier: pottblog und google hat noch mehr….

und bald auch ein podcastbeitrag auf Fritz.de

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Bloggerlied (beta) – re:publica

Von Offline zu Online ist’s nur ein Katzensprung
Wir taggen das Leben bei jeder Äusserung
Wir warten nicht, wir klicken, was immer auch geschieht
Durch digg und del.icio.us klingt das Bloggerlied

Lobo, grüss’ mir die Arbeit
Grüss’ mir den Long tail
Und grüss’ mir den Don.

Dein Pagerank, das ist ein Streben
surf durch die Tagcloud, die keiner bewohnt

Von Offline zu Online ist’s nur ein Katzensprung
Wir taggen das Leben bei jeder Äusserung
Wir warten nicht, wir klicken, was immer auch geschieht
Durch digg und del.icio.us klingt das Bloggerlied

Blogger, grüss’ mir die Flatrate
Grüss’ mir den Long Tail
Und grüss’ mir das LAN

Dein Pagerank, das ist ein Streben
surf durch die Tagcloud, die keiner bewohnt

Schneller und immer schneller
kommentieren wie dir’s grad gefällt
Bloggern ist nichts verboten
Drum setz Trackbacks und ping um die Welt

Blogger, grüss’ mir die Widgets
Grüss’ mir die API’s
Und grüss’ mir den Feed

Deine Sphäre, ist eine Ehre
Durch die Blogposts, die jeder bewohnt

(entstanden im Rahmen der re:publica, zugunsten des websidestory-musicals;
Originaltext: Flieger – grüss mir die Sonne, Extrabreit)

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99 Follower auf der re:publica

Meine Besuchszeit meiner ersten re:publica ist leider kurz ausgefallen – das was ich gesehen habe, war super. Eine gelungene Mischung aus Kongress und Barcamp. Tolle Atmosphäre, gute Leute, klasse Location. Das nächste Mal bin ich länger da – bis dahin hinterlasse ich hier meine Liedtexte die im Rahmen des grossartigen Musicals von Johnny und Tanja entstanden sind (aber aus Zeit- und anderen erklärbaren Gründen nicht verwendet werden konnten)

Hast du etwas Zeit für mich,
dann twitter ich einen Tweet für Dich,
von 99 Followern
auf ihrem Weg ins Oberholz.

Denkst du vielleicht grad an mich?
Dann stream’ ich einen qik für Dich,
von 99 Followern
und dass so was von online kommt.

99 Follower, auf ihrem Weg ins Oberholz,
hielt man für Aliens aus dem Web,
darum schickte ein Ministerdepp
‘ne Videokamera hinterher
Alarm zu geben, wenn’s so wär!

Dabei war’n dort im Oberholz,
nur 99 Follower.

99 Twitterer, jeder war ein großer Tweeter,
hielten sich für Berners-Lee;
Es gab ein großes MashUp-Me!
Die Verlage haben nichts gerafft
und fühlten sich gleich angemacht,
dabei schoss man am Horizont
auf 99 Follower.

99 Printverlage, Streichholz und Benzinkanister
hielten sich für schlaue Leute
witterten schon fette Beute
riefen “Print” und wollten Macht
Man, wer hätte das gedacht?
Dass es einmal soweit kommt
wegen 99 Followern.

wegen 99 Followern
99 Follower

99 Jahre Netz ließen keinen Platz für Sieger,
Printverlage gibt’s nicht mehr
und communities vermiss’ ich sehr.
Heute zieh ich meine Runden,
seh die Welt live gestreamt.
Hab ‘nen Follower gefunden
denk an dich und add’ ihn heimlich

(Originaltext: Nena, 99 Luftballons)

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