Mein alter Vertriebskollege eröffnet mir, dass er aussteigen will. Ich kann es nicht fassen, bin enttäuscht, sauer, verstehe die Welt nicht mehr. Er sagt, die ganze Sache sei ihm zu riskant, er hat Familie. Außerdem ist er mit unserer Teamarbeit nicht zufrieden. Ich sei zu dominierend. Das macht mich doppelt fertig und ich frage mich, ob das stimmt. Wir werden uns irgendwann um einen neuen Vertriebsprofi kümmern müssen. Beim ersten Krisengespräch mit dem Pre-Seed Investor beschließen wir, das ich bis dahin den Job selbst mache. Um in Ruhe den Prototypen zu entwickeln, ziehen wir in die ehemaligen Büroräume unseres Pre-Seed Investors. Die Bürofläche ist ein bisschen groß, aber wir wollen schnell wachsen und Umzüge sind auch teuer. Über einen alten Businesskontakt besorge ich gute und günstige Softwareentwickler. Leider sprechen sie nur Englisch und manchmal bei den Detailfragen gibt es Missverständnisse. Unser Businessplan trägt die Versionsnummer 10.
Man stellte Mitarbeiter ein, war oft zum ersten Mal im Leben auf der anderen Seite des Schreibtisches bei einem Bewerbungsgespräch. Einige war überhaupt zum ersten Mal hinter einem Büroschreibtisch. Die Investmentmanager der Risikokapitalgeber waren manchmal nicht viel älter als die Gründer.
0 Responses to “November 1999”