Februar 2001

Wir kündigen zwei Mitarbeitern. Einen Ersatz stellen wir vorerst nicht ein. Wegen der Entlassungen wird das Betriebsklima schlechter. Andere Start-Ups entlassen auch Mitarbeiter. Die Börsen gehen nach unten. Die Aufsichtsratssitzungen werden ungemütlich und laut. Unser wichtigster Kunde, der gleichzeitig unser Investor ist, ist unzufrieden. Warum, verstehen wir nicht. Die Software funktioniert. Unser Privatinvestor hat sein Geld noch nicht eingezahlt. Wir brauchen es aber bald.

Der Übergang von der Vision in die Realität ist selten gelungen. Für manche war die Zeit, die zur Verfügung stand, einfach zu kurz. Technologische Entwicklungen reifen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. In den Venture Capital Verträgen, die die Gründer unterschrieben haben war meist ein Börsengang oder Unternehmensverkauf innerhalb von 24 – 36 Monaten vorgesehen. Dazu gab es ja auch schließlich Risikokapital in Millionenhöhe. Leider lässt sich ein guter Entwicklungsprozess der ein Produkt durch mehrere Entwicklungszyklen gehen lässt, nicht durch mehr Geld verkürzen.

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